2025 habe ich in meiner Rolle als Head of AI bei BBN einen Überlebensleitfaden für B2B-Marketer geschrieben. Über ein damals brandneues Akronym: GEO, Generative Engine Optimization. Er hatte alles, was ein guter Überlebensleitfaden braucht. Eine Akronym-Suppe (SEO, AIO, AEO, GEO, SXO), ein Vier-Säulen-Modell, eine Checkliste, sogar eine Bewertungsübung für euer nächstes Team-Meeting. Ich war ziemlich stolz darauf.
Wenn ich ihn jetzt, Mitte 2026, aus der Perspektive des BBN AI Studio noch einmal lese, hält das meiste stand. Die zentrale Vorhersage auf jeden Fall. Eure Interessenten öffnen einen KI-Chat, fragen nach Automatisierungslösungen oder einem bestimmten Detail an einer Landmaschine und bekommen eine ausführliche Antwort, ohne eure sorgfältig optimierte Website je zu besuchen. Aus dem „Stellt euch vor“ ist Realität geworden.
Doch in der Zwischenzeit ist noch etwas passiert. Und genau deshalb schreibe ich den Beitrag neu, statt ihn einfach noch einmal zu posten. Eine ganze Industrie ist entstanden, die verspricht, das für euch zu lösen. Gebt uns euren Markennamen, so das Versprechen, und unser Tool sorgt dafür, dass die KI euch empfiehlt. Einstellen, vergessen, zusehen, wie die Zitierungen hereinkommen.
Wir glauben das nicht. Und das sage ich als jemand, der beruflich KI-Tools baut.
Warum es keinen Autopiloten für KI-Sichtbarkeit gibt
Das Problem mit jedem „Wir bringen eure KI-Sichtbarkeit in Ordnung“-Versprechen ist einfach. Eure Sichtbarkeit ist kein generisches Problem. Also kann sie auch keine generische Lösung haben.
Eure Marke ist einzigartig. Ihre Autorität, ihre Nische, die Fragen, die eure Käufer wirklich stellen. Eure Wettbewerber ändern ihre Aktivitäten jeden Tag. Damit verändert sich auch der Antwortraum, aus dem die KI schöpft. Und die KI-Plattformen selbst verschieben ständig, wie sie Quellen auswählen und zitieren. Ein Tool, das verspricht, das alles zu automatisieren, automatisiert Rätselraten.
Noch skeptischer wurde ich, als wir genauer hingeschaut haben, wie KI-Systeme tatsächlich zitieren. Was wir dabei gelernt haben, war eindeutig. Der Pool an zitierten Quellen wird enger. KI-Antworten stützen sich zunehmend auf wenige, besonders vertrauenswürdige Quellen. Die Gewinner sind nicht die Marken mit dem cleversten Optimierungstrick. Es sind die, deren Inhalte etwas enthalten, das das Modell nirgendwo sonst bekommt: eigene Daten aus erster Hand, echte Erfahrung, eine Haltung.
Etwas zu sagen zu haben, könnt ihr nicht auslagern.
Seit es KI gibt, haben wir so intensiv wie kaum jemand im Marketing darüber nachgedacht, was das alles für die Sichtbarkeit bedeutet. Unser Fazit nach zwei Jahren Testen: KI von der Stange kann nur begrenzt etwas für euch tun. Und es gibt nichts, was ein Hype-Tool kann, das die gut gemachten Grundlagen nicht besser könnten.
Die gute Nachricht: Die Grundlagen sind lernbar
Jetzt zu dem Teil meines alten Artikels, der gut gealtert ist. Die Grundlagen, um gefunden zu werden, von Google und von KI, haben sich weniger verändert, als die Tool-Anbieter euch glauben machen wollen. Meine stärkste Überzeugung 2026 ist sogar: GEO und SEO sind eine einzige Disziplin. Für KI-Antworten zu optimieren ist Suchstrategie, angewandt auf KI.
Strukturiert eure Inhalte so, dass sie verständlich und extrahierbar sind. Beantwortet die Fragen, die eure Käufer wirklich stellen, so, wie sie sie stellen. Zeigt eure Qualifikation. Legt eure Expertise dorthin, wo Maschinen und Menschen sie lesen können. Wenn eure besten Gedanken in einem PDF hinter einem Formular liegen, weiß die KI schlicht nicht, dass es sie gibt. Stellt die Antwort an den Anfang, statt sie zu vergraben. Fügt etwas hinzu, das die Top-Ten-Ergebnisse nicht ohnehin schon sagen.
Nichts davon ist Magie. Alles davon ist Arbeit. Es ist die Art von unglamouröser, wiederholbarer Arbeit, die erfahrene SEO-Berater:innen seit Jahren leise erledigen. Und genau deshalb konnten wir sie in einen Skill im BBN AI Studio gießen, unserer Plattform.
Unser Skill bewertet einen Entwurf über sieben Dimensionen. Am höchsten gewichtet er Differenzierung und Informationsgewinn: Sagt die Seite irgendetwas, das der Rest eurer Branche nicht ohnehin schon sagt?
Unser GEO- und SEO-Skill verspricht keine Zitierungen. Er prüft eure Entwürfe so, wie es ein erfahrener Berater täte. Er bewertet den Inhalt über sieben Dimensionen, von Struktur und KI-Extrahierbarkeit über Autoritätssignale bis zu der, die wir am höchsten gewichten: Differenzierung und Informationsgewinn. Dann gibt er euch eine priorisierte Liste von Empfehlungen, jede markiert für Suche, für KI-Sichtbarkeit oder beides, sortiert nach Aufwand gegen Wirkung. Er hat eine Meinung. Er wird euch sagen, dass ihr ein TLDR ergänzen sollt, und warum. Was er nicht tut: behaupten, er habe eure Sichtbarkeit in Ordnung gebracht, während ihr geschlafen habt.
Der Praxistest
Was mich überzeugt hat, dass das in die tägliche Praxis gehört und nicht ins Strategie-Deck? Für einen unserer Kunden habe ich den Entwurf einer Landingpage genommen und durch den Skill auf unserer Plattform laufen lassen.
Zurück kam eine lange Liste konkreter Verbesserungen. Abschnitte umbauen, damit eine KI saubere Antworten extrahieren kann. Die Fragen abdecken, die ein Werksplaner tatsächlich im Gespräch stellt, statt des Keywords, um das die Seite herum gebaut war. Die Belege und Qualifikationen nach oben holen, die drei Bildschirmlängen weiter unten lagen. Mit einer direkten Antwort beginnen. Keine der Empfehlungen war exotisch. Jede einzelne machte die Seite tauglicher für die KI-Suche. Und nicht zufällig machten die Empfehlungen die Seite auch besser für den Menschen, der sie liest. Die ganze Prüfung dauerte Minuten, und die Qualität war so, dass ich sie vor allen SEO-Berater:innen verteidigen würde.
SEO ist nicht tot. Es hat nur ein Software-Update bekommen, zu dem niemand die Patch Notes hat.
Das ist die ehrliche Arbeitsteilung. Der Skill erledigt die Grundlagen auf Senior-Niveau, jedes Mal, in den KI-Tools, die euer Team ohnehin nutzt. Euer Team behält den Teil, den kein Tool übernehmen kann: die Strategie, die eigenen Daten und das Urteil darüber, wofür eure Marke bekannt sein soll. Wie ich es im ursprünglichen Leitfaden geschrieben habe, und es stimmt heute mehr als damals: SEO ist nicht tot. Es hat nur ein Software-Update bekommen, zu dem niemand die Patch Notes hat.
Wo ihr anfangt
Wenn euch eure KI-Sichtbarkeit Sorgen macht, kauft keinen Autopiloten. Nehmt euch eine wichtige Seite vor und prüft sie gegen die Grundlagen. Kann eine KI eine klare Antwort daraus ziehen? Deckt sie echte Käuferfragen ab? Belegt sie, wer dahintersteht? Sagt sie irgendetwas, das der Rest eurer Branche nicht ohnehin schon sagt? Dann behebt, was ihr findet, und wiederholt es mit der nächsten Seite.
Genau diese Schleife fährt unser Skill. Kein Hype, sondern der verlässlichste Weg, 2026 gefunden zu werden: die Grundlagen, gut gemacht, in großem Maßstab. Alles andere verkauft euch eine Abkürzung, die es gar nicht gibt.