Letzte Woche habe ich ein sehr seltsames Interview geführt. Mein Gegenüber kannte all meine Tricks. Sie nahm meine Fragen vorweg. An einer Stelle zitierte sie mir mein eigenes Buch.
Ich sprach mit meinem virtuellen Ich.
Der Reihe nach. Ich bin Rhea Wessel. Journalistin, Gründerin von The Institute for Thought Leadership und seit diesem Frühjahr die sogenannte ‚Story Engineer‘ bei BBN AI Studio. Meine Rolle hier hat zwei Seiten. Ich interviewe die Expert:innen hinter den Skills des AI Studio und mache aus dem, was ich lerne, Beiträge wie diesen. Und nebenbei formen der Kopf hinter dem AI Studio und ich einen Skill, den ich ziemlich genau kenne: den Thought-Leadership-Skill, basierend auf meinem Buch Write Like a Thought Leader.
Der Thought-Leadership-Skill und ich wurden im Mai offiziell vorgestellt, in Mannheim. Dort klappte Marco Luciano, der BBNs AI Studio gebaut hat, seinen Laptop auf und zeigte mir meine eigene Methodik, verwandelt in einen Skill, der auf verschiedenen KI-Plattformen läuft. Das ist mehr als mein Buch, in eine KI geladen. Es ist mein Prozess, zerlegt und strukturiert: die Interviewfragen, die ich stelle, die Reihenfolge, der ich folge, und die Qualitätsprüfungen, die ich mache.
Dann brachte Marco es auf den Punkt.
Wir können dir das Gehirn nicht aus dem Kopf nehmen. Der Skill ist also die Art, wie du im Team eines Kunden präsent bist.
Ich wusste nicht, ob ich mich geschmeichelt oder beunruhigt fühlen sollte. Ich entschied mich für geschmeichelt.
Dann kam die Herausforderung: Nutz den Skill an dir selbst. Sprich mit deinem virtuellen Ich. Schau, was sie draufhat.
Mein virtuelles Ich kennenlernen
Also tat ich es. Ich öffnete den Skill und sagte ihm, ich wolle meine eigene Positionierung schärfen. Er schoss zurück: „Was glaubst du über dein Fachgebiet, dem die meisten deiner Kolleg:innen widersprechen würden?“
Unverschämt. Das ist meine Frage. Diese Frage benutze ich.
Von da an führte mich mein virtuelles Ich durch die Nischenfindung. Diesen Schnittpunkt aus Leidenschaft, Expertise und einer Sicht, die unverkennbar deine ist. Als ich zu den Überschriften vorspringen wollte (alle wollen zu den Überschriften vorspringen), lenkte sie mich zurück. Als ich eine Story-Idee ins Spiel brachte, von der ich insgeheim wusste, dass sie ausgelutscht war, markierte sie den Blickwinkel als überstrapaziert. Eine ‚Schreibsünde‘, in meinem Vokabular. Und ja, sie benutzte meinen eigenen Begriff bei mir.
(Meine Methode umfasst übrigens 17 Story-Typen fürs Thought Leadership. Dieser Beitrag ist, passenderweise, vom Typ ‚Was ich gelernt habe‘.)
Mein Urteil über mein virtuelles Ich, und ihre Grenzen
Das kann mein virtuelles Ich gut. Sie ist um 23 Uhr da, wenn eine Deadline drückt und kein Coach der Welt ans Telefon geht. Sie arbeitet in eurer bevorzugten Sprache. Sie ist unendlich geduldig mit dem dritten, vierten und fünften Versuch an einem Thought-Leadership-Nischenstatement. Und sie hält euch an einen Prozess, statt euch von der Eifrigkeit eines Chatbots geradewegs zu einem seichten Entwurf tragen zu lassen. Als erster Trittstein in die Thought-Leadership-Positionierung ist sie stark. Besser, als ich erwartet hatte, wenn ich das über mein virtuelles Ich sagen darf.
Das kann sie nicht. Sie kann die Pause vor eurer Antwort in einem echten Interview nicht hören. Sie kann nicht sehen, wie ihr euch vorbeugt, wenn ihr bei dem Thema landet, das euch wirklich am Herzen liegt, und sie bemerkt nicht den beiläufigen Satz, der eine Nachfrage verdient. „Moment. Zurück. Du hast gesagt, die Idee kam dir. Wann, und wo? Erzähl mir von diesem Moment.“ Dieser Instinkt, wann man nachbohrt, wann man die Stille aushält, wann man den Plan ganz über Bord wirft, ist Handwerk, gewachsen über Tausende von Interviews. Mein virtuelles Ich hat ihn nicht. Und das virtuelle Ich von niemandem sonst hat ihn.
Warum das der schöne Teil ist
Genau so denken wir bei BBN AI Studio über Skills.
Der Skill erledigt die Grundlagen auf strukturierte, verlässliche Weise, in den Tools, die euer Team ohnehin schon nutzt.
Keine neue Plattform, kein neuer Tab. Und wo die Maschine an ihre Grenzen kommt, übernimmt ein erfahrener Mensch. In meinem Fall heißt das: Discovery-Interviews, Framing-Gespräche und das Coaching, das Thought Leadership nach euch klingen lässt statt nach allen anderen.
Das Beste daran: Jedes Gespräch fließt in die nächste Version. Jede:r Expert:in, die oder den ich interviewe, und jede raue Kante, die wir finden, geht zurück in den Skill. Sie wird jeden Monat besser. Von mir würde ich das auch gern behaupten.
Wenn ihr also den Thought-Leadership-Skill von BBN AI Studio kennenlernen möchtet, eine Art virtuelle Version von mir, sie ist rund um die Uhr da und spricht eure Sprache.
Und wenn ihr mich kennenlernen möchtet, die Version, die den Raum liest und nach der Geschichte dahinter fragt, wisst ihr, wo ihr uns findet.